Schöffinnen und Schöffen gesucht

Schöffinnen und Schöffen für die Jugendkammern und -gerichte in den Landgerichtsbezirken Hagen und Arnsberg gesucht

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen für die Amtszeit von 2019 bis einschließlich 2023 für die Dauer von fünf Jahren gewählt. Das Amt des Jugendschöffen ist ein Ehrenamt.

Gesucht werden im Märkischen Kreis insgesamt 15 Frauen und Männer, die an den Amtsgerichten im Märkischen Kreis und an den Landgerichten Hagen und Arnsberg als Vertreterinnen und Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Jugendstrafsachen teilnehmen. Der Jugendhilfeausschuss des Märkischen Kreises schlägt mindestens doppelt so viele Kandidaten vor, wie an Jugendschöffen benötigt werden. Aus diesen Vorschlägen wählt der Schöffenwahlausschuss bei jedem Amtsgericht in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Haupt- und Hilfsschöffen.

Das Kreisjugendamt sucht für den Landgerichtsbezirk Arnsberg geeignete Bewerberinnen und Bewerber aus den kreisangehörigen Kommunen:

  • Für das Jugendschöffengericht in Menden und die Jugendkammer des Landgerichts Arnsberg sind mindestens zwei weibliche und zwei männliche Interessenten mit Wohnsitz in Balve vorzuschlagen.

Weiter sucht das Kreisjugendamt für den Landgerichtsbezirk Hagen geeignete Bewerberinnen und Bewerber aus den kreisangehörigen Kommunen:

  • Mindestens zwei weibliche und zwei männliche Personen mit Wohnsitz Nachrodt-Wiblingwerde und Neuenrade sind dem Landgericht Hagen und dem Amtsgericht Altena vorzuschlagen.
  • Mindestens je eine weitere weibliche wie männliche Person mit Wohnsitz Herscheid sind dem Amtsgericht Altena mitzuteilen.
  • Weiter werden jeweils mindestens vier Bewerberinnen und Bewerber aus Halver und Schalksmühle für das Landgericht Hagen und das Amtsgericht Lüdenscheid gesucht.
  • Aus Meinerzhagen und Kierspe sind für die Jugendkammer des Landgerichts und dem Jugendschöffengericht beim Amtsgericht in Lüdenscheid mindestens sechs weiblich und sechs männlich interessierte Personen vorzuschlagen.

Die Zuordnung zu den jeweiligen Gerichten (Amts- oder Landgericht) oder zu dem Amt eines Haupt- bzw. Hilfsschöffen nimmt ausschließlich der zuständige Schöffenwahlausschuss vor. Gleichwohl können interessierte Personen ihr bevorzugtes Gericht angeben (ohne Anspruch).

Interessenten für das Amt einer Jugendschöffin/ eines Jugendschöffen richten ihre Bewerbung bitte möglichst bis zum 11. Mai 2018 an die Geschäftsstelle Kreisorgane des Märkischen Kreises, Heedfelder Straße 45 in 58509 Lüdenscheid.

Voraussetzungen für das Schöffenamt:

mehr Informationen

Interessierte Personen müssen am 1.1.2019 mindestens 25 und dürfen höchstens 69 Jahre alt sein. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.

Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, d. h. das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssen Beweise würdigen, d. h. die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, kann aus beruflicher Erfahrung und/ oder gesellschaftlichem Engagement resultieren. Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde. Schöffen in Jugendstrafsachen sollen in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen.

Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse irgendwelcher Art sind für das Amt nicht erforderlich. Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben anderer Menschen durch das Urteil. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch in schwierigen Situationen gewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte aufgrund seines Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat zutiefst unsympathisch ist oder die öffentliche Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen hat.

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil – gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch – haben die Schöffen daher mit zu verantworten. Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht übernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben.

In der Beratung mit den Berufsrichtern müssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können, ohne besserwisserisch zu sein, und sich von besseren Argumenten überzeugen lassen, ohne opportunistisch zu sein. Ihnen steht in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. Sie müssen sich verständlich ausdrücken, auf den Angeklagten wie andere Prozessbeteiligte eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. Ihnen wird daher Kommunikations- und Dialogfähigkeit abverlangt.

Interessenten für das Amt einer Jugendschöffin/ eines Jugendschöffen richten ihre Bewerbung bitte möglichst bis zum 11. Mai 2018 an die Geschäftsstelle Kreisorgane des Märkischen Kreises, Heedfelder Straße 45 in 58509 Lüdenscheid. Als Ansprechperson steht Frau Gödde unter der Telefonnummer 02351/ 966-6142 zur Verfügung.

Der Jugendhilfeausschuss des Märkischen Kreises wird in seiner Sitzung am 19. Juni 2018 entscheiden, welche Bewerberinnen und Bewerber die Voraussetzungen für die verantwortliche Aufgabe eines Jugendschöffen erfüllen. Anschließend werden diese Vorschlagslisten nach vorheriger öffentlicher Bekanntmachung öffentlich aufgelegt und danach an die zuständigen Gerichte übersandt.

Kontakt

Frau Gödde
02351 / 966-6142
02351 966886142
a.goedde@maerkischer-kreis.de

Nachricht an Frau Gödde

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Zuletzt aktualisiert am: 11.04.2018