Pflegeversicherung: Pflegegeld – Pflegesachleistungen – Kombinationsleistungen

Die Pflegeberatung des Märkischen Kreises berät kostenlos und unabhängig. Sie bietet wohnortnahe Sprechstunden an und macht auch Hausbesuche. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Die Pflegeberatung des Märkischen Kreises berät kostenlos und unabhängig. Sie bietet wohnortnahe Sprechstunden an und macht auch Hausbesuche. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 20.11.2020
|

„Wenn jemand nicht durch einen Pflegedienst, sondern ausschließlich durch Angehörige oder andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen wie Freunde, Bekannte oder Nachbarn gepflegt und betreut wird, macht es Sinn, Pflegegeld in Anspruch zu nehmen“ rät Pflegeberaterin Angela Lindenberg. Damit kann die häusliche Pflege in den Bereichen der Körperpflege, Betreuung und der Hauswirtschaft selbst organisiert werden. „Es ist auch möglich, das Geld zum Beispiel als Dankeschön und Anerkennung an die Angehörigen für die Hilfen zu zahlen“ sagt Lindenberg. Grundsätzlich können die Betroffenen frei über die Verwendung des Geldes verfügen, solange die Versorgung dadurch sichergestellt ist.



Anspruch auf Leistungen nach Pflegegrad
Ein Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung besteht ab Pflegegrad 1. Wie hoch das gezahlte Geld ist, hängt jedoch vom Pflegegrad des Betroffenen ab. „Bei Pflegegrad 1 hat der Pflegebedürftige einen eingeschränkten Anspruch. Das ist der sogenannte Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich“ erklärt Lindenberg. Dieses Geld kann nur von Dienstleistern oder von Einzelpersonen, die von der Pflegekasse anerkannt sind, abgerechnet werden. Eine Auszahlung des Betrages ist nicht möglich.
Von Pflegegrad 2 bis 5 besteht die Möglichkeit, zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen zu wählen. Es ist auch eine Kombination aus beiden Leistungsansprüchen möglich. Damit können die zu Verfügung stehenden Gelder individuell auf die häusliche, familiäre Situation angepasst und genutzt werden.



Pflegesachleistungen
Pflegesachleistungen sind ausschließlich für den Einsatz eines Pflegedienstes bestimmt. „Das macht unter anderem Sinn, wenn Angehörige oder andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen nicht bei der täglichen Pflege unterstützen können, weil sie beispielsweise nicht in erreichbarer Nähe zum Betroffenen leben“. Weiterhin können Pflegesachleistungen auch zur Ergänzung sowie Entlastung der häuslichen Pflegesituation genutzt werden.



Kombinationsleistungen
Im Rahmen von Kombinationsleistungen können gleichzeitig Leistungen des Pflegegeldes und der Pflegesachleistungen genutzt werden. „Dieses Modell bietet sich an, wenn der Pflegedienst punktuell zur Unterstützung kommt, etwa nur zur morgendlichen Körperpflege, und die weitere Pflege oder Betreuung durch die Familie, Freunde oder Nachbarn erbracht wird“, weiß Angela Lindenberg. Wenn von den Pflegesachleistungen nicht das gesamte Geld verbraucht wird, kann der Restbetrag prozentual vom Pflegegeld ausgezahlt werden. „Welche individuelle Nutzung des Pflegegeldes letztendlich sinnvoll ist, kann in einem Beratungsgespräch geklärt werden“ fasst Angela Lindenberg zusammen.



Rund um die Pflege älterer Menschen und Entlastung von pflegenden Angehörigen informieren und unterstützen die Pflegeberaterinnen des Märkischen Kreises. Dafür bieten sie Sprechstunden vor Ort und Hausbesuche an. Der Schwerpunkt der Pflegeberatung liegt auf einer individuellen Beratung. Das heißt, es wird nach einer passenden und bedarfsgerechten Lösung geschaut. Dabei geht es um die Beschaffung von Hilfsmitteln oder wohnortnahe Versorgungs- und Betreuungsangebote genauso wie um Antragstellung und Leistungen der Pflegeversicherung. Die Pflegeberatung ist unabhängig, umfassend und kostenlos! Die Pflegeberatung ist telefonisch unter: 02352-966-7777 oder: pflegeberatung@maerkischer-kreis.de zu erreichen.


 

Angela Lindenberg von der Pflegeberatung des Märkischen Kreises erklärt, welche Leistungen nach Pflegegrad möglich sind. Foto: Ursula Erkens/Märkischer Kreis
Angela Lindenberg von der Pflegeberatung des Märkischen Kreises erklärt, welche Leistungen nach Pflegegrad möglich sind. Foto: Ursula Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 20.11.2020